An die Sonne

 
Schöner als der beachtliche Mond und sein geadeltes Licht,
Schöner als die Sterne, die berühmten Orden der Nacht,
Viel schöner als der feurige Auftritt eines Kometen
Und zu weit Schönerem berufen als jedes andre Gestirn,
Weil dein und mein Leben jeden Tag an ihr hängt, ist die Sonne.

Schöne Sonne, die aufgeht, ihr Werk nicht vergessen hat
Und beendet, am schönsten im Sommer, wenn ein Tag
An den Küsten verdampft und ohne Kraft gespiegelt die Segel
Über dein Aug ziehn, bis du müde wirst und das letzte verkürzt.

Ohne die Sonne nimmt auch die Kunst wieder den Schleier,
Du erscheinst mir nicht mehr, und die See und der Sand,
Von Schatten gepeitscht, fliehen unter mein Lid.

Schönes Licht, das uns warm hält, bewahrt und wunderbar sorgt,
Dass ich wieder sehe und dass ich dich wiederseh!

Nichts Schönres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein …

Nichts Schönres als den Stab im Wasser zu sehn und den Vogel oben,
Der seinen Flug überlegt, und unten die Fische im Schwarm,
Gefärbt, geformt, in die Welt gekommen mit einer Sendung von Licht,
Und den Umkreis zu sehn, das Geviert eines Felds, das Tausendeck meines Lands
Und das Kleid, das du angetan hast. Und dein Kleid, glockig und blau!

Schönes Blau, in dem die Pfauen spazieren und sich verneigen,
Blau der Fernen, der Zonen des Glücks mit den Wettern für mein Gefühl,
Blauer Zufall am Horizont! Und meine begeisterten Augen
Weiten sich wieder und blinken und brennen sich wund.

Schöne Sonne, der vom Staub noch die größte Bewundrung gebührt,
Drum werde ich nicht wegen dem Mond und den Sternen und nicht,
Weil die Nacht mit Kometen prahlt und in mir einen Narren sucht,
Sondern deinetwegen und bald endlos und wie um nichts sonst
Klage führen über den unabwendbaren Verlust meiner Augen.

 
 
—Bachmann, Ingeborg Bachmann: An die Sonne

Advertisements

Réquiem

 
En un cementerio de flores y hojas
Me quedé solo alimentar a los muertos.
Mi brazo se movió como una hoja atrapada en una tormenta.
Mis palabras y pensamientos
Cargado de significado:
¡Me dejes caer!
Tosí con la respiración tan seco como el polvo
Y tan vacío como una tumba
Mientras que la tragedia de la vida borrada
Y la alegría de la muerte surgí violentamente.
Mis ojos parpadearon débilmente
Crecieron tan negro como una noche de Siberia
A través del cual marché
Mientras que el torniquete de la historia
Apreto más y más fuerte alrededor de mi cuello.
Tiré un velo conveniente sobre el pasado
Y ciegamente mirado en el corazón
Del valle de la oscuridad
Allí, un mil caras
La sangre de sus almas ardientes sus pieles
Murmuró con tristeza:
Nada cura las cicatrices de la pérdida.

En un cementerio de flores y árboles
Mis cenizas esparcidas, como hojas muertas
En una ráfaga, alimentar a los muertos.

 
 
—Acosta, N. Joaquín

¡Adiós!

¡Adiós, adiós!
La palabra existe, hinchada, en el vacío; una cueva.
¡Adiós!
No hay sangre palpitante; no hay fiebre.
¡Adiós!
No hay vacilación— ¡Adiós!
La palabra estalla de una boca, una vez encerrados en silencio.
¡Adiós!
Los ojos permanecen secos; asombro se hincha como una tormenta en el pecho.
¡Adiós!
Con las mandíbulas cerradas, no hay mendicidad;
No hay otra palabra para que aparezca un retorno de la negrura estigio de la cueva.
¡Adiós!
Una palabra tejida con ese tejido exuberante de miedo y dolor.
¡Adiós!
La palabra devora los sentidos como el corazón de la noche devora el cielo.
¡Adiós!
Una palabra que borra el tiempo como un hábito.
¡Adiós! ¡Adiós!
El misterioso sonido de „¡Adiós!“ se eleva lentamente, como
una flor que crece de silencio y oscuridad.
¡Adiós! ¡Adiós!
Sin consuelo, un amanecer triste llega, y, de repente,
la corriente penumbra y misteriosa de la vida se revela;
y, la distancia que viajó el corazón durante el sonido, „¡Adiós!“,
se puede medir por la desolación que rodea ahora a ser.

 
 
—Acosta, N. Joaquín: Un reino de soledad

Wenn der Tag stirbt

Sahst du den Tag sterben?
          Winters —?
          Im Walde —?
Nicht den Hellen, kühnen Tag, der sich, in feurigem Rot
verblutet,
          Nein — Trüb, müd, ängstlichgrau:
          einen Regentag, wenn der feuchte Wind durch die
fröstelnden Äste fährt und die Tropfen fallen
             schwere Tropfen
             in die Schnee
             schwere, warme Tropfen
             in den weifsen Schnee
und durch die Decke bis auf den Boden nieder.
Aus unzähligen, dunkeln, starrenden Punkten aben
quillt wiederlicher, herber Geruch
             von versunkener,
             vermoderner Sommerpracht. —

Und die Tropfen fallen auf deinen Kopf
             und auf dein Gehirn
             volle thränende Tropfen,
und durch die Decke, die das Vergessen draüber geshneit,
           bis auf den Boden nieder.

Aus unzähligen, dunkeln, starrenden Punkten aber
quillt widerlicher, herber Geruch
             von versunkener, vermoderner Sommerpracht
             Und das waren doch Rosen,
Glühende, berauschende, dunkelrote Rosen. ——

            Winters
           Im Walde
           Müd, trüb, ängstlichgrau:
                  Ein Regentag, wenn die Tropfen in den
Schnee fallen
Sahst du den Tag sterben? —

 
 
—Vollmöller, Karl